Archiv für Oktober 2010

LOTTA #40 ist erschienen

Schwerpunkt:
Extreme Rechte und Rechtsentwicklung in den Studierendenschaften

Außerdem:

- Der sechste „Nationale Antikriegstag“ in Dortmund – ein Rückblick

- Interview mit dem Historiker Stefan Klemp über die Vergangenheit und
Gegenwart der Strafverfolgung von NS-Tätern in der BRD

- Interview mit Zeljko Taras über die völkische Rechte in Kroatien

und vieles mehr …

Lotta #40

2. Antifa-Regionalkonferenz

Zum zweiten Mal trafen sich mehrere Initiativen aus der Region um gemeinsam zu diskutieren, wie man effektiver gegen Faschismus und Rassismus sich verknüpfen kann.
Mit über hundert Besuchern war der Andrang sehr erfreulich. Noch erfreulicher war, dass man sich nicht damit begnügte den Rassismus lediglich auf „die Nazis“ zu reduzieren. Vielmehr wurde darauf eingegangen, dass gerade der Rassismus häufig von der Mitte der Gesellschaft produziert wird. Also von jener Mitte die selbstgerecht bestimmen will, was extremistisch ist und was demokratisch. Eben auch jene Mitte, aus deren Schoß Menschen wie ein Sarrazin hervorkommen, jene Mitte die in der Bild-Zeitung ihr Hetz- und Propagandamittel sehen.
Die Gefahr von Rechts entspring dementsprechend nicht bloß bei ein paar wildgewordenen und enttäuschten Schlägern, sondern sie entsteht viel tiefer in der Gesellschaft. Dort wo die Hetze gegen Muslime zur Normalität wird, dort wo man auch der „deutschen“ Opfer des 2. Weltkrieges gedenken will, dort wo man ja schon immer wusste, dass Israel nicht am Frieden interessiert ist.
Hier Aufklärung zu schaffen, dies ist eben auch eine Aufgabe der Antifakonferenz und sie ist dieser Aufgabe mehr als gerecht geworden.
Ein weiteres besonderes Thema auf der Konferenz war mit Sicherheit der von Nazis geplante Aufmarsch in Stolberg 2011. In dieser gebeutelten Stadt marschieren seit 2008 immer wieder FaschistInnen auf, um einen künstlichen Märtyrerkult aufzubauen. Für 2011 hat sich aber ein breites Bündnis gefunden, welches öffentlichen dazu aufruft den Naziaufmarsch zu blockieren. Um die Menschen über das Konzept zu informieren und um bestimmte Ängste abzubauen, gab es eine spezielle Arbeitsgruppe. In dieser kam erfreulich zum Vorschein, dass die große Mehrheit für das Blockadekonzept ist. Auch das Stolberger Bündnis gegen … (Wir lehnen ausgrenzende Worte ab. anm. d. Verf.), das eine eher ablehnende Haltung gegen andere Gruppen in der Vergangenheit an den Tag legte, stellte fest, dass man nur gemeinsam erfolgreich sein kann und so einigte man sich zu mindestens darauf, dass man sich gegenseitig respektiert und das man die jeweilige Protestform des anderen akzeptiert.
Man kann berechtigt sagen, dass die Konferenz ein Erfolg war und das es wichtig ist, dass diese Form der Vernetzung auch in Zukunft weitergeführt wird.
Was aber noch ausgebaut werden sollte ist die Thematik, so sollte es nicht nur um Faschismus und Rassismus gehen, sondern auch die Problematik des Sexismus gehört auf die Tagesordnung einer antifaschistischen Regionalkonferenz. Denn leider macht die Gleichberechtigung eher einen Rückschritt als einen Fortschritt. Die Benachteiligung von Frauen im Alltag, aber auch die zunehmende häusliche Gewalt sollte im Rahmen einer Konferenz ihren Platz bekommen.
In diesem Sinne, freuen wir uns auf die nächste Konferenz mit interessanten Beiträgen und Diskussionen.

DEMO – Solidarität mit den Stuttgart21 GegnerInnen

Heute gab es in Stuttgart Proteste gegen das geplante S21-Projekt, den Bahnhofsneubau in Stuttgart. Die Polizei wandte brutale Gewalt gegen Demonstranten an, es gab hunderte Verletzte. Unbestätigte Berichte sprechen von einer Toten.


Genauer Bericht der TAZ:

Aufgrund dieser Ereignisse findet eine Solidaritätsdemo in Aachen statt.
Freitag, 01.Oktober – 19:00
Treffpunkt: Theaterplatz Aachen