Veranstaltung zu Chiapas/Mexiko

Hier die Infos der VeranstalterInnen:

Im Infoladen Aachen findet am Freitag dem 7. 8. eine Veranstaltung zu Chiapas/Mexiko statt, los gehts ab 19.00 Uhr, der Infoladen Aachen ist in der Stephanstraße 24

Chiapas im Visier von Politik und Kapital

Der südmexikanische Bundesstaat Chiapas ist nicht erst seit 1994 ein Ort
gesellschaftlicher Widersprüche zwischen politisch-ökonomischen Eliten und
der bäuerlich-indigen Bevölkerung, die für ein Ende von Ausbeutung und
Unterdrückung kämpft.

Die zapatistische Bewegung arbeitet seit 1994 an der Verbesserung der
Situation ihrer Gemeinden und konnte vor allem in den Bereichen Gesundheit,
Bildung, Justiz und basisorientierte Selbstverwaltung beachtliche Erfolge
erreichen. Parallel dazu versucht die außerparlamentarische Bewegung,
sämtliche benachteiligten Bevölkerungssektoren in ihre emanzipatorischen
Prozesse einzubeziehen.

Im Gegensatz zu den linksgerichteten Parteien in Südamerika streben die
Zapatistas nicht die Übernahme der Staatsmacht an. Sie wollen über eine
mexikoweite zivile Mobilisierung von unten (die die sogenannte „Andere
Kampagne“), eine völlige Neuordnung der gesellschaftlichen Verhältnisse
erreichen, die in einem mehrjährigen Prozess erarbeitet und mittels einer
neuen, partizipativen und antikapitalistischen Verfassung durchgesetzt
werden soll.

Aktuell sind diese Errungenschaften und Visionen der Basisbewegungen
vielleicht so bedroht wie selten zuvor, da Chiapas als extrem
ressourcenreicher Bundesstaat immer stärker ins Visier von Politik und
Kapital gerät – im nationalen wie im globalen Rahmen.

Zwischenzeit e.V. bietet ab sofort einen aktuellen 90-minütigen bebilderten
Vortrag zur Situation in Chiapas an, der vor allem die Themen behandelt, die
im deutschsprachigen Rahmen bisher wenig bekannt sind.

Referent Luz Kerkeling, Mitarbeiter von CIEPAC A.C. (Zentrum für ökonomische
und politische Forschung) in San Cristóbal, Chiapas, sowie von Zwischenzeit
e.V. (Münster), kehrte Ende April von einem über zweijährigen Forschungs-
und Arbeitsaufenthalt aus Mexiko zurück.

Hauptthemen des Vortrags sind:

1) neoliberale „Enwicklungs“- und Ordnungsprojekte:

- Raub und Privatisierung bäuerlich-indigener Ländereien
- Entvölkerung der ländlichen Gemeinden durch Umsiedlungsprogramme
(„ciudades rurales“)
- Tourismusprojekte (Agua Azul, Palenque u.a.)
- Ausbeutung der Biodiversität
- Monokulturen
- Agrosprit
- Kriminalisierung und Militarisierung (ASPAN, Nordamerikanische Allianz für
Sicherheit und Prosperität)
- Migration
- „Proyecto Mesoamérica“ – die Fortführung des Plan Puebla-Panamá unter
anderem Namen

2) gesellschaftlicher Widerstand:

- wachsender Widerstand gegen die hohen Stromtarife
- die aktuelle Situation in den zapatistischen Gemeinden
- die „Andere Kampagne“ in Chiapas und Mexiko
- weitere unabhängige soziale Bewegungen in Südmexiko